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Angriff auf den Berliner CSD: Erklärung von World Human Rights Defenders e.V.

World Human Rights Defenders e.V.
Behrenstraße 29
10117 Berlin


PRESSEMITTEILUNG / ERKLÄRUNG

Berlin, 26. Juli 2026

Zum Angriff auf den Christopher Street Day in Berlin

Mit großer Trauer haben wir von dem Angriff erfahren, der sich am Samstagabend am Rande des Christopher Street Day in Berlin ereignet hat. Ein Fahrzeug fuhr in eine Menschenmenge. Eine Frau verlor ihr Leben, sechzehn Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen schwer.

Wir trauern um die Getötete und sind in Gedanken bei ihren Angehörigen. Den Verletzten wünschen wir eine vollständige Genesung. Allen, die diesen Abend miterlebt haben und mit dem Erlebten leben müssen, sprechen wir unser Mitgefühl aus.

Die Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Berlin und des Landeskriminalamts laufen. Der Tatverdächtige ist bislang nicht gefasst, und zum Motiv liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Solange das so ist, halten wir uns mit Zuschreibungen zurück.

Eines steht aber schon jetzt fest: Angegriffen wurde eine friedliche Versammlung, die für Sichtbarkeit, Vielfalt und Gleichberechtigung eintritt. Wer eine solche Versammlung angreift, greift die Versammlungsfreiheit selbst an – und damit ein Grundrecht, ohne das eine offene Gesellschaft nicht denkbar ist.

Als Organisation, die sich der Rechtsstaatlichkeit, der Demokratie und dem Schutz der unantastbaren Menschenwürde verschrieben hat, verurteilen wir Gewalt, Hass und Extremismus in jeder Form. Gewalt gegen friedliche Menschen ist unter keinen Umständen zu rechtfertigen.

Von den Behörden erwarten wir eine wirksame und zügige Aufklärung, die einem möglichen hassmotivierten Hintergrund von Anfang an nachgeht und ihn nicht als Nebenumstand behandelt. Die Europäische Menschenrechtskonvention verpflichtet die Staaten, ein solches Motiv eigenständig zu untersuchen.

Queerfeindliche Hasskriminalität nimmt in Deutschland seit Jahren zu. Wer diese Entwicklung ernst nimmt, muss sie benennen, bevor aus Feindschaft Gewalt wird.


Unsere Antwort auf Hass ist mehr Menschlichkeit.
Unsere Antwort auf Gewalt ist mehr Solidarität.
Unsere Antwort auf Unduldsamkeit ist ein entschlossenes Eintreten für Respekt und friedliches Zusammenleben.

Gerade in Zeiten, in denen Angst und Verunsicherung wachsen, dürfen wir uns nicht spalten lassen.

Unser Dank gilt den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten sowie den vielen Helferinnen und Helfern, die unter schwierigen Bedingungen schnell und professionell gehandelt haben.

Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen. Den Angehörigen wünschen wir Trost, den Verletzten Kraft und unserer Gesellschaft Besonnenheit und Zusammenhalt.


Prof. Dr. Hüseyin Demir
Vorsitzender
World Human Rights Defenders e.V.

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