Wir verurteilen aufs Schärfste die Praktiken der Ausgrenzung und des Hasses, die sich gegen das ehrende Gedenken an unser verstorbenes Kind Yusuf Tarık Gül, das bei dem tragischen Vorfall in Kahramanmaraş sein Leben verlor, sowie gegen seine trauernde Familie richten – einzig und allein aus dem Grund, weil sein Vater ein „KHK“-Betroffener (durch staatliches Notstandsdekret entlassen) ist.
Wir empfinden im Namen der Menschlichkeit tiefe Scham darüber, Zeuge eines weiteren grausamen und typischen Beispiels für diese Mentalität der Stigmatisierung und Erfassung (Profiling) zu werden, die systematisch über Generationen hinweg aufrechterhalten werden soll.
Das Ausmaß dieser Diskriminierung wird in den Dokumenten, die in der Presse veröffentlicht wurden und offensichtlich von offiziellen Behörden stammen, deutlich sichtbar:
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Aufgrund der Stigmatisierung seiner Familie als KHK-Betroffene wurde der Name unseres verstorbenen Kindes in den offiziellen Listen, im Gegensatz zu den anderen Opfern, in Klammern gesetzt.
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Während an allen anderen Beerdigungen hochrangige Vertreter des Staatsprotokolls teilnahmen, gab es bei der Beerdigung von Yusuf Tarık Gül keinerlei protokollarische Teilnahme, wie aus den veröffentlichten Bestattungslisten klar hervorgeht.
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Sein Name wurde bei der gemeinsamen Trauerfeier nicht einmal erwähnt.
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Dem ehrenwerten, trauernden Vater wurde nicht einmal gestattet, seinen Schmerz um sein Kind herauszuschreien; stattdessen wurde versucht, ihn zum Schweigen zu bringen, indem man ihm physisch den Mund zuhielt.
Es ist für uns unmöglich, diesen endlosen Groll und Hass zu akzeptieren, der selbst zwischen unseren unschuldigen Kindern – die alle Opfer derselben Tragödie und desselben Schmerzes sind – diskriminiert und sogar ein Kind auf seinem letzten Weg ausgrenzt.
Als World Human Rights Defenders – Berlin verurteilen wir diese Sprache des Hasses und die Politik der Stigmatisierung, die mit rechtswidrigen Dekreten begann und sich mittlerweile auf Verwandte, Verstorbene, unschuldige Kinder und sogar auf zukünftige Generationen erstreckt, ein weiteres Mal aufs Schärfste. Wir prangern den dunklen Willen hinter diesen Handlungen an. Mit der Sehnsucht nach einer Welt, die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte respektiert – insbesondere in der Türkei –, wünschen wir allen unseren Kindern, die bei diesem tragischen Ereignis ihr Leben verloren haben, Gottes Barmherzigkeit, den trauernden Familien viel Kraft und Geduld sowie unserer Nation unser aufrichtiges Beileid.



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